Inhaltsübersicht

Inhalt - 1 Das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg - 2 Leitbild - 3 Zusammenarbeit Schüler - Lehrer - 4 Schulleben
5 Qualifikation von Lehrerinnen u. Lehrern - 6 Öffnung der Schule - 7 Die Bildungsgänge des ESBK im Einzelnen


Das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg ist das Zentrum kaufmännischer Bildung im südlichen Märkischen Kreis. Standorte der Schule sind Halver-Ostendorf und Altena.

1.1 Name

Unser Berufskolleg trägt den Namen von Eugen Schmalenbach, einem Unternehmer und Professor für Betriebswirtschaftslehre, der 1873 in Halver geboren wurde und dort aufgewachsen war. Nach dem Besuch des Gymnasiums, das er wegen finanzieller Schwierigkeiten seiner Eltern vor dem Abitur verlassen musste, begann er eine handwerkliche und eine kaufmännische Lehre, um den elterlichen Betrieb zu übernehmen, und schloss diese ab. Mit 25 Jahren ging er zur Handelshochschule nach Leipzig, mit dem Ziel, Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben, die geeignet wären, die “Fabrikantenqualität zu verbessern”. Nach der Heirat entzog ihm der Vater, weil er mit Schmalenbachs Brautwahl nicht einverstanden war, jegliche Unterstützung. Schmalenbach, nun nicht mehr daran gebunden, den Familienbetrieb übernehmen zu müssen, begann eine Hochschullehrerlaufbahn, die ihn 1903 nach Köln führte. Bis 1933 lehrte er dort als Professor. In den folgenden 12 Jahren musste er wegen der jüdischen Abstammung seiner Frau viele Repressalien erdulden, einer drohenden Deportation konnte sich das Ehepaar Schmalenbach nur durch Untertauchen entziehen.

Nach dem Krieg war Eugen Schmalenbach trotz fortgeschrittenen Alters am Wiederaufbau der Kölner Universität beteiligt und lehrte dort noch einige Jahre. Er starb am 20.02.1955. Besondere Verdienste erwarb sich Eugen Schmalenbach im Bereich der Kostenrechnung und Kalkulation; er prägte maßgeblich den Beruf des Wirtschaftsprüfers.

1.2 Geschichte

Die Beruflichen Schulen in der Region Lüdenscheid konnten in einer Festveranstaltung im Frühjahr 2000 auf eine 150jährige Tradition zurückblicken. Zwar wurde schon vor 1800 in Lüdenscheid eine “Bürger- und Handlungsschule" gegründet, die weit über die Region hinaus bekannt war, doch erst ab 1848 (in Altena bereits 1841) wurden “gewerbliche Sonntagsschulen” als Fortbildungsschulen gegründet, zu deren Besuch später die Lehrlinge aller Handwerke verpflichtet wurden. 25 Jahre später wurden die Sonntagsschulen zu allgemeinen (gewerblichen) Fortbildungsschulen umgewandelt. Kaufmännische Schulen entstanden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Berufsschulpflicht wurde für Lüdenscheid und Altena 1923 eingeführt. Schlechte räumliche und personelle Ausstattung waren jedoch ständige Hindernisse für anspruchsvolle berufliche Qualifizierung; bis in die 60er Jahre waren Raumnot und hohe Klassenfrequenzen, verbunden mit einer Regelarbeitszeit von 36 Wochenstunden für die Lehrkräfte, zu beklagen. Erst im Jahre 1962 konnten in Altena, 1969 auch in Halver-Ostendorf neue Schulgebäude für die Beruflichen Schulen bezogen werden. Mit dem Bezug des Ostendorfer Gebäudes wurden die seit 1955 selbstständigen Kaufmännischen Schulen, die wegen der zunehmenden Zahl von Bildungsangeboten aus allen Nähten platzten und zeitweise in sieben Gebäuden untergebracht waren, in zwei selbstständige berufliche Schulen (Halver-Ostendorf und Lennetal) getrennt.

Diese Trennung wurde 1996 wieder aufgehoben, da durch den Strukturwandel im Lennetal die dortigen Beruflichen Schulen mit rückläufiger Schülerzahl auch ihre Selbstständigkeit verloren; der kaufmännische Teil dieser Bündelschule wird seitdem in Altena als zweiter Standort des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs geführt.

Der Standort Altena ist im Bereich der Vollzeitklassen, der Industriekaufleute, der Einzelhandelskaufleute und der Verkäufer(innen) zuständig für Schülerinnen und Schüler aus Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Werdohl, Plettenberg und Neuenrade; Halver-Ostendorf bietet Unterricht im gleichen Bereich für Schülerinnen und Schüler aus Lüdenscheid, Herscheid, Schalksmühle, Halver, Kierspe und Meinerzhagen, darüber hinaus für weitere kaufmännisch-verwaltende Auszubildende aus dem ganzen Schuleinzugsgebiet und darüber hinaus.

Ein wesentliches Ziel unseres Berufskollegs ist es, im Interesse eines wohnortnahen Unterrichtsangebotes für junge Menschen beide Standorte zu erhalten.

1.3 Personal

Das Kollegium unserer Schule besteht zur Zeit (Dezember 2005) aus 103 Lehrkräften; darunter 6 nebenberufliche Lehrkräfte und 9 Referendare/innen bzw. Lehrer/innen in der Ausbildung. Die überwiegende Mehrzahl der hauptamtlich Beschäftigten arbeitet mit voller Stundenzahl. Nur sehr wenige Kollegen/innen sind an beiden Standorten eingesetzt, was wegen der relativ großen Entfernung mit Schwierigkeiten verbunden ist. Die Schule legt besonderen Wert darauf, durch eine entsprechende Gestaltung der Stundenpläne die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.

Der Schulträger beschäftigt an beiden Standorten zwei Hausmeister und drei Sekretärinnen. Geleitet wird das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg von Herrn OStD Gerd Tiedge, Stellvertreter ist Herr StD Wolfgang Metzen. Die Schulleitung legt Wert darauf, abwechselnd an beiden Standorten als Ansprechpartner für Schüler(innen), Eltern, Ausbilder und Lehrer(innen) präsent zu sein.

1.4 Bildungsgänge und Schülerzahlen im Überblick

Beide Standorte bieten vollzeitschulischen Unterricht in folgenden Bildungsgängen:

Bezeichnung  Mindest-Eingangsvoraussetzung  Dauer  Mögliche Abschlüsse 
Berufsgrundschule  Hauptschulabschluss  1 Jahr  - Sekundarabschluss I (10 a)
- Fachoberschulreife 
Einjährige Berufsfachschule  Fachoberschulreife  1 Jahr  - Berufliche Grundbildung 
Höhere Handelsschule  Fachoberschulreife  2 Jahre  - Fachhochschulreife (schulischer Teil) 
Wirtschaftsgymnasium  Fachoberschulreife mit Qualifikationsvermerk  3 Jahre  - Fachhochschulreife (schulischer Teil)
- Allgemeine Hochschulreife 

Im Schuljahr 2005/2006 besuchen insgesamt 820 Schülerinnen und Schüler diese Klassen.

In der Berufsschule sind folgende Fachklassen eingerichtet:

Ausbildungsberuf  Schüler 2005 (2001) 
Industriekaufleute  413 (458) 
Einzelhandelskaufleute und Verkäuferinnen  294 (230) 
Bankkaufleute  103 (116)  
Kaufleute im Groß- und Außenhandel  46 (61) 
Bürokaufleute  134 (126) 
Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellte  73 (80) 
Steuerfachangestellte  41 (63) 
Arzthelferinnen  113 (122) 
Zahnärztliche Fachangestellte  82 (101) 
Verwaltungsfachangestellte  62 (59) 
IT-Berufe  32 
SUMME   1393 (1416) 

Zusammen mit dem Berufskolleg für Technik in Lüdenscheid bietet das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg eine Fachschule für Technische Betriebswirtschaft, die derzeit von 17 Schülern besucht wird.

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