Ausgangspunkt seines Schaffens ist das Postulat der Wirtschaftlichkeit. Diese Ziel verfolgte er konsequent. Dabei kam der Kosten- und Erfolgsrechnung große Bedeutung zu. Seine heute zu wissenschaftlichem Allgemeingut gewordene Erkenntnis lautete:

Nur auf der Basis von dem jeweiligen Rechnungszweck entsprechend gewählten Werten kann der Kaufmann zu Entscheidungen gelangen, die für das Unternehmen ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit versprechen.

Generell stand für Eugen Schmalenbach bei der Arbeit mit seinen Studenten die wirtschaftlich ausgerichtete Denkschulung im Vordergrund. Sie sollten in enger Verzahnung mit betrieblicher Praxis befähigt werden, in Aufwand und Ertrag, in Kosten und Leistung zu denken, um so seine These von einer nach dem jeweiligen Zweck der Rechnungslegung differenzierenden Bewertung umzusetzen.

Das wissenschaftliche Interesse Eugen Schmalenbach galt folgenden Schwerpunkten:

Die Bilanzlehre

1919 erschien Eugen Schmalenbachs Werk von der dynamischen Bilanz(lehre), welches 12 Auflagen und eine große Anzahl von Übersetzungen in fremde Sprachen, so bspw. auch in die japanische Sprache erfahren hat und zu jener Zeit im Mittelpunkt der bilanztheoretischen Diskussion stand. Dieses wissenschaftliche Werk hat viele Bereiche der Betriebswirtschaftslehre, auch die Lehre von der Unternehmenserhaltung, beeinflusst und wurde von vielen Autoren vertieft und weitergeführt.

In der dynamischen Bilanz stand für Eugen Schmalenbach - abweichend von der üblichen Darstellung - die Messung des Erfolges und nicht wie im Rahmen der statischen Bilanzauffassung die Messung des Vermögens im Vordergrund. Die Bilanz erfüllt für Schmalenbach die Funktion eines Kompasses. Dabei wird die Entwicklung des vergleichbaren Periodenerfolges als Maßstab der Wirtschaftlichkeit betrachtet und der Erfolg als Differenz zwischen Aufwand und Ertrag definiert.

Bis heute haben die grundlegenden Elemente der dynamischen Bilanzlehre nicht an Bedeutung verloren, sonder eher an Relevanz gewonnen. Zu nennen wären hier insbesondere die von Eugen Schmalenbach formulierten und akzentuierten Grundsätze des Vorsichtsprinzips und des Realisationsprinzips, der Periodenabgrenzung sowie das Prinzip der Kontinuität. Über die Bedeutung dieser Grundsätze ist zur Zeit die Diskussion vor dem Hintergrund internationaler Entwicklungen erneut entfacht und die Deutung modifizierter Bilanzrechnung als Wirtschaftlichkeitsrechnung ist wieder ganz aktuell.

Unternehmensbewertung

Nach der Auffassung Erich Gutenbergs - eines bekannten Kölner Professors der Betriebswirtschaftslehre - gelang Eugen Schmalenbach aber vor allem mit dem 1925 erschienenen Werk "Die Grundlagen der Selbstkostenrechnung und Preispolitik" - das sich als Erweiterung des bereits 1919 erschienenen gleichnamigen Aufsatzes verstand - der wissenschaftliche Durchbruch.
Großer Bedeutung kommt in diesem Werk Schmalenbachs dem Verhalten der betrieblichen Kosten bei Beschäftigungsänderung und ihrer Bewertung zu. Auf der Basis dieser Untersuchung zur Kostenrechnung entwickelte sich bis zum heutigen Tag eine Vielfalt an modernen Kostenrechnungsarten, wie bspw. die Teil-, die Plan- und die Prozesskostenrechnung, die wiederum als Instrumente des Controlling zum Einsatz gelangen.

Die mit dem von Eugen Schmalenbach entwickelten Kontenrahmen ermittelbaren fixen Kosten als Kosten, die vom Beschäftigungsgrad unabhängig sind, galt es nach Eugen Schmalenbach in der Kalkulation und Preispolitik auszugliedern. Mit diesem Gedanken legte er in Deutschland den Grundstein für die Deckungsbeitragsrechnung, derer sich insbesondere Paul Riebel später annahm. Der heutige direct-costing-Gedanke in den USA weist in dieselbe Richtung.

Kostenrechnung

Besonderes Verdienst erwarb sich Eugen Schmalenbach auch mit der Übertragung des volkswirtschaftlichen Grenznutzengedankens auf die Selbstkostenrechnung: Diese These stand im Gegensatz zu der verbreiteten Ausgabenrechnung, in die nur die für Produktionszwecke tatsächlich erfolgten Ausgaben einfließen. Eugen Schmalenbach bezeichnete den von ihm präferierten aus der Nutzenstiftung eines Gutes abgeleiteten Wert als optimale Geltungszahl. Es ist nicht zuletzt sein großes Verdienst, den Grenzkostenbegriff in die Betriebswirtschaftslehre und die betriebliche Praxis eingeführt zu haben. Auch zur innerbetrieblichen Steuerung eingesetzte Verrechnungspreise lassen sich auf Gedanken von ihm zurückführen. Seine Ausführungen zur pretialen Lenkung als organisatorisches Prinzip formulierte er 1948.

Er schrieb in diesem Zusammenhang: "Die Organisation als Instrument zur Gestaltung der Wirtschaftlichkeit hat zum Ziel, den Betrieb so zu ordnen, dass sich aus dem Zusammenspiel der Organe eine möglichst hohe Gesamtleistung ergibt."

Eugen Schmalenbach gehörte zu den Anhängern des dezentralen Verwaltungsprinzips. Damit war er der Überzeugung, dass der Verwalter eines Teilbetriebes bis hinunter zum Meister ein hoffentlich vernünftig ausgewählter Mensch ist, der seinen eigenen Verstand hat und auch zu nutzen weiß, und dem man unterstellen kann, dass er die Belange seines kleinen Betriebes - im Sinne der ihm anvertrauten Kostenstelle - um einiges besser kennt als der Generaldirektor, der Verantwortung für das Ganze trägt. Dann genüge es auch, um weiter mit Schmalenbachs Worten zu sprechen, diesen unteren Betriebsleiter lediglich "in der richtigen Linie und im richtigen Interesse zu halten."

Eine größtmögliche Delegation von Verantwortung an Teilbetriebe kann nach Eugen Schmalenbach am besten im Wege der anteiligen Beteiligung am Unternehmensgesamterfolg erreicht werden. Dadurch sollen z.B. Abteilungsleiter zu frei entscheidenden Unternehmern werden, deren Entlohnung an den Erfolg ihrer Abteilung gekoppelt ist.

Die damaligen - von Eugen Schmalenbach angestellten - Überlegungen zur Dezentralisierung finden heute in der Aufgliederung einer Unternehmung nach dezentralen Verantwortungsbereichen, dem sog. Cost- oder Profit-Center-Prinzip und dem Prinzip der Managementholding in der Fachwelt Berücksichtigung.

Zugriffe heute: 6 - gesamt: 3148.