Allgemeine Aufgaben des Bildungsganges
Den Auszubildenden des Ausbildungsberufs Arzthelferinnen sind während ihrer dreijährigen Ausbildungszeit in der Schule und in den Praxen Fachkompetenzen im Medizin- und Verwaltungsbereich zu vermitteln, die sie befähigen, ihre Beruftätigkeit in Arztpraxen und in verwandten Berufen auszuüben. Zudem ist auf eine Stärkung der Sozial- und Handlungskompetenz hinzuarbeiten, denn nur so wird die Fachfrau in der Praxis auch zu einer guten Mitarbeiterin.
Dieses anspruchsvolle Ziel verlangt zum einen von den Auszubildenden, dass sie ihre Fähigkeit verbessern, die unterschiedlichsten Ausnahmesituationen kranker Menschen angemessen bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen und teamorientiert und teamfördernd zu arbeiten.
Zum anderen ist die Bereitschaft zu stärken, sich fortwährend weiterzubilden, um die neuen Erkenntnisse und Möglichkeiten in der Medizin und der Verwaltung verstehen und in ihre Arbeit einbeziehen zu können. Denn nur so werden ihre Einsatzmöglichkeiten in qualifizierten beruflichen Tätigkeiten dauerhaft gesichert werden.
Die Neuordnung des Ausbildungsberufs zum Ausbildungsjahr 2006/2007
fordert, die Handlungskompetenz der Schülerinnen dadurch zu erweitern, dass aus berufstypischen Vorgängen schulische Lernsituationen entwickelt und bearbeitet werden. Hierdurch werden die Schülerinnen auch auf die praktische Abschlussprüfung vorbereitet.
Uns ist es ein besonderes Anliegen, dass die Auszubildenden die Bedeutung der schulischen Ausbildung hoch einschätzen. Sie sollen nicht nur die Vermittlung
der berufsspezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten positiv bewerten, sondern auch die Lerninhalte und Methoden der berufsübergreifenden Fächer als wichtig
für die Entwicklung ihrer Sozial- und Handlungskompetenz ansehen. Das Erreichen dieses Zieles soll insbesondere auch durch die Anknüpfung an berufliche und private Handlungssituationen sichergestellt werden.
Eine wichtige Aufgabe der schulischen Ausbildung ist es, praxisbedingte Einseitigkeiten mit dem Ziel auszugleichen, dass die ausgebildete Arzthelferin grundsätzlich in jeder Arztpraxis arbeiten kann. Die Fächer Medizinische Assistenz und Abrechnung sind gut geeignet, das verbindende Fachwissen zu vermitteln und damit flexible Einsatzmöglichkeiten entscheidend zu fördern.
Da es in Zukunft noch wichtiger werden wird, eine Arztpraxis auch wirtschaftlich zu führen, erhält die kaufmännische Ausbildung einschließlich der
Praxisorganisation ein stärkeres Gewicht, zumal dadurch auch die Medizinische Fachangestellte nach ihrer Ausbildung in die Lage versetzt wird, in verwandten Berufen des Gesundheitswesens zu arbeiten.
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